• Jens Fischer Rodrian

Alternativlos?

Seit Wochen sehen wir Bilder von überfüllten Krankenhäusern in Italien und N.Y., 6 Patienten werden, begleitet von vielen Ärzten und Pflegekräften, nach Deutschland geflogen, Lastwägen, die Leichen abtransportieren, leere Strassen in Europa´s Metropolen, um nur einige zu nennen.

Alle anderen Themen, Flüchtlingsnot, Stellvertreterkriege, Hungersnöte, Kindesmissbrauch, sexuelle Übergriffe, Femizide und allem voran der Klimaschutz, der unseren Kindern das Leben retten könnte, teilen sich die letzten fünf Minuten der heute Sendung.

Was soll diese einseitige Berichterstattung bewirken?

Diese Bilder machen Stimmung und schüren Angst, nicht nur vor dem Virus, sondern vor jedem, der mit dem Thema anders umgeht, in seinen Untersuchungen zu anderen Ergebnissen kommt oder mit dem Maßnahmenkatalog nicht einverstanden ist.

Das „alternativlose“ Handeln der Bundesregierung, wird so gerechtfertigt und schafft das trügerische Bild starker Führung.

Die Umfragewerte der agierenden Politiker steigen, in Bayern ist die absolute Mehrheit für die CSU wieder in greifbare Nähe gerutscht.

Man scheint aus dem fatalen Gebrauch des „Unwortes“ alternativlos nichts gelernt zu haben.

Alternativlos heisst übersetzt „Keine Widerrede!“, wie es Juli Zeh in einem SZ Interview so treffend beschreibt.

Alternativlos heißt in letzter Konsequenz, das der demokratische Prozess als solches in Frage gestellt wird, denn das Ringen nach Lösungen durch eine lebendige Streitkultur, ist neben dem Versammlungsrecht, ein fundamentaler Grundpfeiler jeder demokratischen Grundordnung.

Sich davon zu verabschieden käme der Entmündigung des Bürgers gleich. Wohin das führen kann, sollten wir wissen. (20.4.2020)